Viel denken ist echt stressig

Logbucheintrag #113112025


Hey ihr da draußen,

ich weiß nicht, ob es dort, wo du grade bist, auch so ist, aber wenn ich an viele unterschiedliche Themen denken muss, stresst mich das total und ich bin richtig kurzatmig. So, als wäre ich schnell gelaufen. Kennst du das? Gehetzt eben, obwohl mich nicht wirklich jemand jagt oder mir sagt, ich müsse schnell machen und mich beeilen. 

Ich auf jeden Fall, ich kenne das zu Genüge… Denken an sich is aber halt auch echt was geiles und macht mir zumindest riesigen Spaß.

Total verrückt, dabei ist es nur das Gehirn, das viele verschiedene Angelegenheiten durchgeht. Mein Körper macht während des Denkens auf den ersten Blick ja gar nichts.

Wenn ich aber genauer hinschaue, bemerke ich bei mir selbst, aber auch bei anderen, dass der Körper sehr wohl was macht, während wir denken.

Je nachdem, über was wir nachdenken, lächeln wir zum Beispiel. Oder wir ziehen die Schultern hoch, weil es uns unangenehm ist, sich darüber Gedanken zu machen.

Das ist das erstaunliche am Menschsein. Mit diesem Fleischklops als Körper passiert nie etwas, ohne etwas anderes zu beeinflussen.

Aber durch das viele Denken und die dazugehörigen Emotionen interpretiert mein Nervensystem diesen Zustand nach einer Weile der Dauerbelastung als eine Art Bedrohung, Stress eben. Und dann reagiert es eben genau so und verändert dementsprechend auch meinen Körper und die Hormone. 

Und das hat zur Folge, dass du als Mensch lernen musst, diese Zusammenhänge zu erkennen, und du brauchst Wissen und Fähigkeiten, wie man damit am besten umgeht.

Jetzt sollte man doch annehmen, dass wird einem dann beigebracht, wie den Löffel zu halten oder sich die Schuhe zu binden. Aber, das ist überhaupt nicht so. 

Ich habe beobachtet, dass wir Menschen als Kinder noch sehr genau wissen, wohl eher spüren, dass wir ganzheitlich funktionieren. Deshalb erlebt ein Kind seine Emotionen immer am ganzen Körper. Die Gefühle werden zu Beginn unseres Lebens immer direkt über den Körper ausgedrückt. Wenn wir weinen, bewegt sich der gesamte Körper mit. Wenn wir lachen ebenso.

Wenn wir uns freuen und schon laufen können, hüpfen wir und rennen. Das ist wirklich unglaublich schön zu sehen, wie sich ein Lebewesen in jeder Zelle seines Körpers freuen kann. 

Doch dann passiert etwas merkwürdiges: Damit wir unsere Gesellschaft und Zivilisation in dieser Form am Laufen halten können, haben wir uns den Kindergarten und die Schule einfallen lassen. Und dort ist es auf einmal nicht mehr „normal“ seine Gefühle und Emotionen auszudrücken. Dort benimmt man sich, reißt sich zusammen, nimmt sich zurück. Oder, wird übersehen, übergangen, muss sich der Gruppe anpassen und ist den Erwachsenen dort ausgeliefert. Ihnen und ihren sozialen Kenntnissen und Fähigkeiten.

Oder, wir wachsen in Familien auf, in denen es keinen gesunden Umgang mit Emotionen gibt. Haushalte, in denen Gefühle eher unter den Tisch gekehrt, unterdrückt oder rein kognitiv erfasst und behandelt werden.

Siehst du auch die Menschengesichter? Ich erkenne vier.

Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich wir Menschen uns entwickeln, je nachdem, in welchem Umfeld wir groß werden. 

Denn dieses Umfeld wiederum ist maßgeblich entscheidend, wie wir als Kinder und später als Erwachsene über unsere Körper und seine Funktionsweise Bescheid wissen.

Ich dachte so viele Jahre, ich wäre einfach zu dumm, um dieses Spiel hier zu verstehen. Aber nein, dass ist genau der Witz an der Sache. 

Anscheinend ist das so gewollt, dass hier keiner nen Plan hat und auch keiner beigebracht bekommen soll, wie man mit so einem menschlichen Körper artgerecht umgehen kann. 

Finde ich irgendwie ein komisches Konzept. Ich glaube, wir würden hier viel entspannter leben, wenn wir unsere Erfahrungen und Erkenntnisse darüber, wie so ein Menschenköper überhaupt funktioniert, miteinander teilen würden. 

Was meint ihr da draußen? Weiterhin Blindflug, oder den Menschen eine Art Gebrauchsanweisung geben. Wobei, die gibt es ja schon. Religionen, Ernährungsweisen, Mediziner.

Das ist schon lustig, irgendwie. Es gibt Berufe und Vereinigungen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, dem Menschen zu erklären, was er beim Menschsein besser machen kann und verlangen dafür auch noch Geld!

Das doch eigentlich ein Witz. Das. Normalste wäre es doch, jeder hat genau die Kenntnisse darüber, wie er seinen Körper vital hält, die er braucht. Außer im Falle eines Unfalls.

Naja, und weil es hier eben nicht selbstverständlich ist, dass man mit einem Wissen seiner Familie und des Umfeldes aufwächst, das einem erklärt, dass der Körper sich entspannen muss, um zu lernen oder zu verarbeiten. Oder das wir dem Gehirn Auszeiten geben müssen. Oder, wie wir Konflikte regeln. Dafür kannst du Kurse belegen, weil wir Menschen noch nicht wissen, wie wir respektvoll miteinander umgehen können.

Das schon sehr lustig hier. Wir stecken noch in den Kinderschuhen, aber wir entwickeln uns als Spezies. Und wir entwickeln uns zum Guten hin. Da bin ich mir ganz sicher. 

Daher fällt es auch immer mehr Menschen auf, dass sie gestresst sind oder, dass sie Auszeiten brauchen. 

Wir spüren tief in uns, dass wir nun schon zu lange vom richtigen Weg abgekommen sind und wieder zurückfinden müssen. Diese Art des Lebens kostet einfach zu viel absichtslose Energie. 

Ich habe lange nicht verstanden, dass ich falsch denke. Ich dachte, ich denke halt. Mir war nicht bewusst, nicht klar, dass das etwas ist, das ich steuern kann, wie meine Hand. Oder wie ein bestimmtes Lied anzumachen.

Deshalb war in meinem Kopf auch echt ne Menge los. Und keiner hat dafür die Verantwortung übernommen. Es war echt mindblowing, als mein mind, mein Verstand sich so erweitert hatte. Ne es war wohl eher mein Bewusstsein, dass sich erweitert hat und wodurch der Verstand neuen Input bekam. Auf jeden Fall es war kraaaaaass.

Ich konnte nun endlich da oben Ordnung reinbringen.Und das Erstaunliche ist, je mehr Ordnung in meinen Kopf kam, umso mehr Energie hatte ich. Umso weniger Stress hatte ich. Und dieser Prozess setzt sich bis heute fort. Meine Selbstgespräche werden immer ruhiger und wohlwollender. Und mein Körper fühlt sich so gut an. Unglaublich. 

Das würde ich so gerne in die Welt hinausschreien, damit es sich jeder von uns hier auf der Erde selbst gönnen kann. 

Aber das geht nur bedingt. Es ist ja noch ned mal wirklich cool, hier auf der Erde sich mit einem vernünftigen oder artgerechten Menschenleben auseinanderzusetzen.Du bist dann sofort in irgend einer Ecke, ob die Dinkel-Dörte, der Aluhut-Träger oder rechts, links, es ist unfasslich.Über die. normalsten Dinge der Welt, nämlich, die normalen Dinge der Welt, das normale Leben, das was so jeder braucht, darüber kannst du dich ned normal unterhalten. 

Es gibt sogar Menschen, die scheißen da komplett drauf. Die interessiert es überhaupt nicht, dass sie vielleicht einfach weniger Junk Food in sich rein stopfen sollten und es ihnen dann besser gehen würde. Oder solche die einfach immer und immer wieder die gleichen Fehler machen und die Schuld bei jemand anderem suchen. Aber, die kommen auch irgendwie durch. 

Die sind sogar weniger verrufen, als die, die auf ihre Ernährung achten oder wert auf einen respektvollen Umgang legen. 

Keine Abwertung, aber, wir sind echt ein ganz schön abwechslungsreicher Haufen auf diesem Planeten.

Auf jeden Fall, Denken stresst as fuck.

~~

Deshalb immer schön dran denken, solltet ihr euch überlegen, hier auf der Erde durchstarten zu wollen, dieses Gedankenkarusell da oben kann und muss jeder Mensch selbst aktiv und bewusst stoppen und kontrollieren. 

Sonst wird das hier zu nem echt unangenehmen Ritt. 

Bis zum nächsten Mal
Nadine 

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